Guten Tag, ich bin Photograph und Schnüffler von Beruf mit einer Antenne für die Tragik des Lebens. Heute werde ich ihnen die Kurzgeschichte von Robert Jaquinot und seiner Frau Elise erzählen.
Robert isst zu viel Eis. Es ist seine einzige Leidenschaft. Da wird er dick, stumpf und müde. So geht ihm die Liebe seiner Frau abhanden. Sie sucht sich Liebhaber, unverhohlen offen und reich an der Zahl. Er weiß sich nicht zu helfen. Engagiert Detektive, die das Liebestreiben seiner Frau dokumentieren. Ihm bleibt aber trotz allem das Eis sein Liebstes.
In seiner aus Unglück und Eifersucht erwachsenen Ungeschicklichkeit, vielleicht aber auch daher stammend, das er verlernt hatte seinen rechten Arm zu bewegen, schubste er eine knabenhafte junge Dame zu Boden, die seine seit kurzem ständig hemmungslos nackt seiende Frau nach dem Weg fragte. Gott sei Dank entstanden ihm außer den Reinigungskosten keine weiteren Unannehmlichkeiten.
Ihm bleibt aber dennoch das Eis sein Liebstes. Jetzt versucht er sich mit unterschiedlichsten Damen, wechselnder Weise im Liebesreigen. Auch ein Gespiele bot sich ihm einmal. Es war ihm das aus der Hand Legen seines Eishörnchens nicht wert.
Robert weiß nicht mehr, wie er sein Leben weiterleben soll. Da wurde er einsam, auch schon ein wenig krank im Herzen und das Hörnchen blieb schon seit Tagen ungefüllt. Da entschied er sich zu einem Besuch bei seiner Mutter und traf auf eine weise Frau. „Was soll ich nur tun?”, fragte er sie. „……..!”, bekam er zur Antwort, denn sie hatte ihr Gebiss nicht im Mund. „Das ist mal ein kluger Rat, vielen Dank!”
Er hatte sie alle, eine nach der anderen. Er wurde der schnellste und zielsicherste Schürzenjäger der Region.
Letztendlich erwischte ihn Elise inflagranti, wobei sie ihn kaum erkannte so fremd und diffus war er geworden..ihre Welt zerbarst, sie verstand sie nicht mehr.
Die zwei tun alles um Elise zu trösten, wollen sie halbwegs beruhigen. Die Geliebte versucht, inzwischen halb bekleidet, die Situation zu verharmlosen und behauptet, Robert hätte sie nur zeichnen wollen. Das gibt Elise den Rest. Jahrelang habe Robert nichts besseres mit seinem rechten Arm anzufangen gewusst, denn sein Eis zu halten und nun sollte er auf einmal das Zeichenhandwerk beherrschen.
Elise ruht sich in einer Thalassotherapie einige Tage aus. Dies gelingt leider nicht, denn der Junge von der Telephonabteilung bestellt ihr unentwegt Grüße von Robert. Sie bricht zusammen.
Jetzt verzweifelt Elise. Aus Kummer und Zerknirschung sucht sie einen Nervenarzt auf. Überwältigt vom tiefen Verständnis des Arztes für ihr So-gehandelt-haben-müssen, für die Abgründe und Verknotungen ihrer Seele und der Qualen, die daraus entstehen, gab sie sich ihm hin.
Er tat ihr so gut, dass sie ihn schließlich heiratete.
Robert hat genug von süßen Frauenlippen. Er sehnt sich nach seiner Glace. Er nimmt sie sich, sie feiern heftigst Wiedersehen. So kam er zu Kräften, er hatte wieder Kontur, wurde reich, Dank der Ablösesumme allen zur Güte von Elises Nervenarzt, und umgab sich seither stets mit schönen schlanken Frauen, die Nachts gut schliefen.
La Fin, so heißt das Ende.. wirklich?
die ganze Wahrheit im Bild erzählt, findest Du, geneigter Leser, unter diesem Link: Die Geschichte von Robert Jaquinot & Elise..
